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Uber uns | About us

Ein halbes Jahrhundert Musik

Mit der über 2.000 Seiten starken Ausgabe des Briefwechsels des Musikerpaares Schnabel schließt sich für uns ein Kreis. 1991 gaben wir Schnabels 1945 in Chicago gehaltene autobiographischen Vorlesungen Aus dir wird nie ein Pianist erstmals in deutscher Sprache heraus. Dieser Band, der als Schnabels musikalisches Vermächtnis gelten darf, war 1961 in den USA erschienen und hatte somit ganze 30 Jahre gebraucht, um einen deutschen Verlag zu finden. Dabei ist besonders delikat, dass Schnabel, der Deutschland 1933 verlassen hatte und nie mehr zurückkehrte, ein fundamentaler Verfechter deutscher Kultur blieb und das in dem Wissen, dass seine Mutter 1942 in Theresienstadt ums Leben gekommen war.
Unsere Publikation Aus dir wird nie ein Pianist führte letztlich dazu, dass der schnabelsche Nachlass 2001 eine dauerhafte Bleibe bei der Akademie der Künste in Berlin fand.
Die Briefwechsel-Ausgabe nun stellt gewissermaßen einen Höhepunkt dar. Man kann sie als die Summe des musikalischen Weges und Schaffens des Künstlerpaares sehen. Diese Doppelvita, zu der wir keinen Vergleich kennen, ist ein ganz außerordentlicher Spiegel nicht nur des Muisk­lebens jener Zeit. Ein halbes Jahrhundert Musik, von 1900 bis 1951 nimmt den Leser mit auf eine Reise durch eine Zeit großer Verwerfungen und zeigt paradigmatisch ein Musikerschicksal. Deren Emigration spiegelt in vielen Facetten die Existenz­ängste oder -nöte, in die viele deutsche Musiker gerieten und auf der anderen Seite die enormen Anpassungsleistungen, die solche, denen eine Flucht in die USA gelungen war, zu erbringen hatten. All dies liest sich zudem höchst unterhaltsam. Großen Anteil daran hatten auch die beiden Herausgeberinnen, Ann Schnabel Mottier und Britta Matterne, die Auswahl und Kommentierung der Briefe in jahrelanger Arbeit erstellten.

Nachdem wir im Januar Bernd Feuchtners Schostakowitsch-Monographie Und Kunst geknebelt von der groben Macht. Künstlerische Identität und staatliche Repression in einer leicht überarbeiteten Auflage als Taschenbuchausgabe wieder aufgelegt haben wird im Herbst eine Sammlung von neueren Schostakowitsch-Beiträgen des gleichen Autors mit dem Titel Not, List und Lust. Schostakowitsch in seinem Jahrhundert erscheinen.

Im Frühjahr erscheinen Bände zu Jennifer Walshe und Salvatore Sciarrino und die lange erwartete Musikästhetik von Ferdinand Zehentreiter unter dem Titel: Musikästhetik. Ein Konstruktionsprozess. Der Autor skizziert hier die Entwicklung musikästhetischer Konstruktionen von E.T.A. Hoffmann bis heute.

Ein groß angelegter Band zur Musikgeschichte Nordamerikas wird schließlich im Herbst dieses Jahres nach langjähriger Forschungsarbeit erscheinen können. Alleine jeweils 100 Seiten vergleichende Chronologie der Musik- und Zeitgeschichte sowie ein ebenso starkes Literaturverzeichnis bilden den Apparat zu ca. 400 Seiten umfassenden Essays, die Stationen der nordamerikanischen Musikgeschichte fokussieren. Die Autoren sind Wolfgang Rathert und Berndt Ostendorf.

Wir freuen uns auf Zuschriften, Kontakte, Ideen und Projekte rund um das Geschehen in der Gegenwartsmusik. Aber auch für neue Gedanken zu älterer Musik sind wir immer offen...

Ach ja: Wenn Sie nach Remittenden, Sonderangeboten und Buchpakten des Verlages Ausschau halten, werden Sie fündig bei: www.buecher-zur-musik.de