Über uns | About us

Im Jahr der Jubiläen:
40 Jahre Wolke, 75 Jahre Anthony Braxton,
100 Jahre Arturo Benedetti Michelangeli und
50 Jahre Abschied von Bernd Alois Zimmermann

Unser Verlagsname prangte weißgrauschwarz auf einem Ölschinken über einem röhrenden Hirsch im Haus des Gründungsnotars. Das war 1980. Bücher über DADA, Surrealismus, aber auch Jazz und zu improvisierter Musik standen anfangs auf der Agenda. Sehr bald aber „trafen“ wir Erik Satie in Paris und stießen parallel dazu auf Artur Schnabels „My Life and Music“ („Aus dir wird nie ein Pianist“). Beide sollten unsere kommenden „E-Musikjahre“ prägen.

Von Anbeginn beflügelte uns die Idee, Bücher selbst und zusammen mit Autoren und Herausgebern zu entwerfen. Auf diese Weise entstanden Peter Niklas Wilsons „Hear and Now“ oder der Debattenband „Musik, Ästhetik, Digitalisierung“, die Brötzmann-Bände, der Artur-Schnabel/Therese-Behr-Briefwechsel „ein halbes Jahrhundert Musik“, Ekki Josts „Jazzgeschichten“, Yoffes „Im Fluss des Symphonischen“ sowie Bände, die wir konzeptionell entwickelt haben. Bettina Zimmermanns und Rainer Peters‘ Band „con tutta forza. Bernd Alois Zimmermann“ war ein ganz besonderes Ping-pong à trois.

Manche Bücher brauchen viele Jahre wie etwa der facettenreiche Band „Musik der USA“, andere entstehen in kurzer Zeit. Jedes Buch stellt uns vor neue Aufgaben und entfaltet einen eigenen Charakter. Mal arbeiten zwei, mal drei oder mehr Personen an einem Werk, aber immer arbeiten wir an mehreren Büchern parallel. Passend zu unserem Jubiläum stehen nun gleich 40 Projekte an – natürlich können wir nicht mal die Hälfte davon in einem Jahr realisieren.

Unser Fokus richtet sich zunehmend mehr auf kultur- und ideengeschichtliche Untersuchungen zur Musik und in gleichem Maße weniger auf Einzelanalysen. Wir glauben zudem, dass heute ein neuer Blick sowohl auf die Wahrnehmung des musikalischen Geschehens vor 1933 als auch auf das nach 1945 geworfen werden muss. So zielt die auf drei Bände angelegte Untersuchung Ferdinand Zehentreiters „Ästhetik der Neuen Musik“ auf eine Neubetrachtung, die vielleicht den nötigen Abstand zu ihrer Entstehungsgeschichte erst brauchte, um jetzt geschrieben werden zu können.

In unserer im letzten Jahr begonnenen Reihe „Caprices“, die unterhaltsam zu lesenden kleinen Essays zur Musik Raum geben soll, sind jetzt bereits 7 Titel entstanden, die gut aufgenommen wurden. In der weiteren Planung sind momentan Bände zu: Schönberg/Picasso/Sartre; Emmanuel Chabrier; George Rochberg; dem Gesang der Vögel; Leonardo da Vinci; Karol Szymanowski; und die Fortsetzung der soeben begonnenen „Musik im Roman“-Büchlein und und…

Ein spezielles Jubiläums-Feeling bereitet uns ein Band über experimentelle Musik im Deutschland der 1950er bis 1970er Jahre (und das auf Englisch) „European Echoes“, ein spannender Band 16 der Darmstädter Reihe: „Positionen. Jazz und Politik“ mit lebhaften Diskussionen zum Thema und eine neue Biografie über Anthony Braxton, dessen Feier zum 75. in der Hamburger Elbphilharmonie samt einem Symposium leider Corona in die Elbe versenkt. Das Buch ist vom Virus hoffentlich nicht auszubremsen.

Wir möchten Sie in diesem Zusammenhang auf die zuletzt erschienenen Titel: den großen biografischen Bildband zu Isang Yun, die sehr lesenswerte Biografie über die Frankfurter Chordirigentin Margarete Dessoff und ihre Bedeutung für die Entwicklung der (Frauen-)Chöre auf dem Weg in die Moderne, und den nach sehr vielen Jahren wieder erschienenen modifizierten Sammelband mit Texten Bernd Alois Zimmermanns, „Intervall und Zeit“, eingeleitet und kommentiert von Rainer Peters, besonders aufmerksam machen, da ihre Veröffentlichung in die Zeit geschlossener Buchhandlungen fiel und zu Dessoff geplante Veranstaltungen leider auf unbestimmt verschoben werden mussten.

Am 5. November würde Walter Gieseking 125 Jahre alt geworden sein, einer der ganz großen Pianisten des 20. Jahrhunderts. Ein wichtiger Neuerer, der den Teppich für die französische impressionistische Musik in den deutschen Konzertsaal hinein legte und gleich Furtwängler in einer wechselvollen deutschen Geschichte mit schwamm. Wir hoffen, seinen Geburtstag mit einem Symposium zu begehen (so dies im Herbst möglich sein sollte) und einen Band zu verschiedenen Aspekten seines Klavierspiel vorlegen zu können.

Im übrigen das Klavierspiel: Was wäre das Klavierspiel in der Neuen Musik ohne Alois Kontarsky. Jochen Köhler, der soeben den Band zu Arturo Benedetti Michelangeli herausgebracht hat, wird damit eine weitere Klavierbiografie vorlegen, die wie der andere Band Zeitzeugen zu Wort kommen lässt.

Wir freuen uns auf jede Zuschrift und jeden Anruf. Bei Fragen zu Remittenden und Sonderangeboten bitten wir sich zudem unter: www.buecher-zur-musik.de zu informieren.

Viel Spaß und Entdeckungen wünschen wir beim Stöbern auf unseren Seiten und vor allem mit unseren Büchern, und: Verwöhnen Sie sich in der unfreiwilligen Mehr-Zeit mit mehr Lektüre.

Ihr/Euer
Peter Mischung