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Im Jahr der Jubiläen: 40 Jahre Wolke, 75 Jahre Braxton, 100 Jahre Michelangeli und 50 Jahre Abschied von Bernd Alois Zimmermann

Den Verlagsnamen stiftete ein Ölschinken mit röhrendem Hirsch unter einer Wolke im Haus des Gründungsnotars. Neben Büchern zu improvisierter Musik standen anfangs auch Literatur und Kunst auf der Liste. Sehr bald darauf „trafen“ wir Erik Satie in Paris und stießen parallel dazu auf Artur Schnabels „My Life and Music“ („Aus dir wird nie ein Pianist“). Beide sollten unsere ersten „E-Musikjahre“ prägen.

Von Anbeginn beflügelte uns die Idee, Bücher auch zusammen mit Autoren und Herausgebern zu entwickeln. Auf diese Weise entstanden Peter Niklas Wilsons „Hear and Now“ oder der Debattenband „Musik, Ästhetik, Digitalisierung“, beide Brötzmann-Bände, der Artur-Schnabel/Therese-Behr-Briefwechsel „ein halbes Jahrhundert Musik“, Ekki Josts „Jazzgeschichten“, Yoffes „Im Fluss des Symphonischen“ sowie Bände, die wir konzeptionell entworfen haben. Bettina Zimmermanns und Rainer Peters‘ Band „con tutta forza. Bernd Alois Zimmermann“ war zuletzt ein Ping-pong à trois.

Manche Bücher entstehen über Jahre wie zum Beispiel der facettenreiche Band „Musik der USA“, manche in großer Geschwindigkeit. Jedes Buch nimmt eine eigene Entwicklung, hat einen eigenen Charakter. Mal arbeiten zwei, mal drei, mal vier oder fünf an einem Werk, aber immer entstehen gleich mehrere Bücher parallel. Passend zu unserem Jubiläum stehen gleich 40 Projekte an – natürlich können wir nicht mal die Hälfte davon in diesem Jahr realisieren.

Es entstehen zunehmend mehr kultur- und ideengeschichtliche Werke zur Musik und zunehmend weniger Einzeluntersuchungen. Zum Beispiel die große und schwergewichtige Untersuchung Ferdinand Zehentreiters mit seiner „Ästhetik der Neuen Musik“, die vielleicht den nötigen Abstand zu ihrer Entstehungsgeschichte erst brauchte, um jetzt geschrieben werden zu können. Daneben planen wir mit unserer im letzten Jahr begonnenen Reihe „Caprices“, interessant und unterhaltsam zu lesenden Essays zur Musik ein Forum zu geben: in der weiteren Planung sind  Zemlinsky, Jacques Offenbach, George Antheil, Wagner und die Hate Speech, Leonardo da Vinci und und…

Ein paar Jubiläums-Feelings in eigener Sache erlauben wir uns mit einem Band über experimentelle Musik im Deutschland der 1950er bis 1970er Jahre (und das auf Englisch) und mit einer neuen Biografie über Anthony Braxton.

Zunächst aber wird im März ein großer biografischer Bildband zu Isang Yun dreisprachig in Deutsch, Englisch und Koreanisch erscheinen und zugleich die sehr lesenswerte Biografie über die Frankfurter Chordirigentin Margarete Dessoff und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Chöre auf dem Weg in die Moderne. Nach vielen Jahren endlich wird wieder ein Sammelband mit Texten Bernd Alois Zimmermanns, eingeleitet und kommentiert von Rainer Peters verfügbar sein.

Am 5. November würde Walter Gieseking 125 Jahre alt geworden sein, einer der ganz großen Pianisten des 20. Jahrhunderts. Ein wichtiger Neuerer, der den Teppich für die französische impressionistische Musik in den deutschen Konzertsaal hinein legte und gleich Furtwängler eine wechselvolle deutsche Geschichte mitmachte. Wir hoffen, seinen Geburtstag mit einem Symposium zu begehen und einen Band zu verschiedenen Aspekten seines Klavierspiel vorlegen zu können.

Im übrigen das Klavierspiel: Was wäre das Klavierspiel in der Neuen Musik ohne Alois Kontarsky. Jochen Köhler, der soeben den Band zu Arturo Benedetti Michelangeli herausgebracht hat, wird damit eine weitere Klavierbiografie vorlegen, die wie der andere Band Zeitzeugen zu Wort kommen lässt.

Wir freuen uns auf jede Zuschrift und jeden Anruf. Bei Fragen zu Remittenden und Sonderangeboten bitten wir sich zudem unter: www.buecher-zur-musik.de zu informieren.

Viel Spaß und Entdeckungen wünschen wir beim Stöbern auf unseren Seiten und vor allem mit unseren Büchern.

Ihr/Euer
Peter Mischung