Edition Otzvuk: Bücher als Widerstand.

Edition Otzvuk (bulgarisch für „Widerhall“, „Echo“) ist das neue Imprint des Wolke Verlags, das sich dem Publizieren antifaschistischer Beiträge in ihren historischen wie gegenwärtigen Ausprägungen widmet.

Im Zentrum steht eine Publikationspraxis, die Texte nicht als abgeschlossene Einheiten versteht, sondern als Teil eines fortlaufenden Zusammenhangs: Historische und aktuelle Arbeiten treten in Resonanz, verschieben ihre Kontexte und werden in der Gegenwart neu lesbar. Übersetzung spielt dabei eine zentrale Rolle – nicht nur als sprachliche Übertragung, sondern als Form der Kontextualisierung und Aktualisierung.

Die Edition Otzvuk versammelt theoretische, literarische, essayistische und künstlerische Arbeiten, die gesellschaftliche Wirklichkeit nicht lediglich abbilden, sondern in ihren Widersprüchen sichtbar machen. Ziel ist es, Formen des Denkens zu stärken, die Kritik und Praxis nicht voneinander trennen.

Das Publizieren wird in diesem Zusammenhang als politische Praxis begriffen: als Eingriff in bestehende Diskurse und als Beitrag zu einer kritischen Öffentlichkeit. Der Fokus liegt insbesondere auf Kontexten (post-)sozialistischer Gesellschaften in Ost- und Südosteuropa – und zwar als zentraler Bestandteil globaler Auseinandersetzungen mit autoritären und faschistischen Tendenzen.

Die Auswahl der Titel folgt einer programmatischen Perspektive, die marginalisierte und bislang wenig rezipierte Stimmen sichtbar macht, um sie in neue Zusammenhänge zu stellen.

Das Imprint wird vom bulgarischen Künstler und Kurator Kalas Liebfried konzipiert und kuratiert und gemeinsam mit Patrick Becker herausgegeben.

Den Auftakt bildet die deutsche Erstübersetzung von Želju Želevs Der Faschismus (1968), einer frühen und bis heute präzisen Analyse totalitärer Herrschaftsstrukturen, die unter den Bedingungen kommunistischer Herrschaft in Bulgarien entstand und jahrelang selbst nur über inoffizielle Wege verfügbar war.

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Weitere Informationen

Die Bücher der Edition Otzvuk werden vom Wolke Verlag hergestellt und vertrieben. Neben unserem verlagseigenen Webshop sind sie für den stationären und Online-Buchhandel über unsere Verlagsauslieferung Runge erhältlich (MVB-Kennnummer: 6245645).

Kalas Liebfried ist ein bulgarischer Kurator und Künstler. Er ist Künstlerischer Leiter der städtischen Kunsthalle für internationale Gegenwartskunst Lothringer 13 in München. Liebfried ist Initiator und Leiter des transnationalen Ausstellungs- und Forschungsprojekts Antifascism: Now. In Kooperation mit dem Goethe-Institut und zahlreichen Partnerinstitutionen (u.a. Athens Epidaurus Festival, MSU Zagreb, Historisches Museum Sarajevo) untersucht das Projekt antifaschistische Kulturarbeit als demokratischen Imperativ der Gegenwart in 14 Städten Osteuropas und Deutschlands.

Liebfried studierte Philosophie und Kunstgeschichte an der LMU München sowie Bildhauerei und Zeitbasierte Medien an der Akademie der Bildenden Künste München (AdBK München). Seine Arbeit wurde unter anderem mit dem Stipendium für Bildende Kunst der Stadt München sowie dem Projektstipendium der Stiftung Kunstfonds ausgezeichnet.

Er ist Mitbegründer des Kunstraums NEBYULA, das sich auf internationale Formen von Communityarbeit fokussiert. Mit der Gründung von Fragments of Sonic Extinction (www.sonicextinction.net) – einer fortlaufenden, interaktiven Publikationsplattform und Veranstaltungsreihe zur aktuellen Auslöschung natürlicher Klangwelten – hat er eine wachsende globalen Community aus Klangkünstler:innen aufgebaut. Im Rahmen des Projekts wurden bislang 24 Werke in drei Editionen beauftragt und publiziert.

Als Editor bei 20 Seconds Magazine und regelmäßiger Autor für Positionen – Texte zur aktuellen Musik erweitert er seine Praxis in Richtung kulturjournalistischer Langformate.

Foto: Christian Kain.

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