Jonas Reichert

Mikrotonalität in Mexiko

Konzeptualisierung und Realisierung des „Sonido 13“ von Julián Carrillo (1921–1925)

Ein musikalischer Pionier zwischen Welten und Epochen: Julián Carrillos »Sonido 13« steht für eine mikrotonale Revolution, die das Klanguniversum jenseits der zwölf Halbtöne erschließen und Mexiko auf die Landkarte der musikalischen Avantgarde setzten wollte. Von Anfang an aber war das Kompositionssystem und sein Erfinder vom Verdacht der Scharlatanerie umgeben. Nicht ganz zu Unrecht, wie die Studie mit neuem quellenfundiertem Material zu belegen weiß. Zugleich identifiziert sie präzise und analytisch die spezifische Innovationskraft des Sonido 13.

Zwischen 1921 und 1925 entwickelte der mexikanische Komponist ein Projekt, das die Grenzen des westlichen Tonsystems infrage stellte und doch allzu oft über Wissens- und Diskursunterbrechungen stolperte. Erstmals wird die Entstehungszeit des Sonido 13 quellennah und aufschlussreich beleuchtet, unter anderem mit der Transkription der ersten fünf Kompositionen. Carrillos Talent lag nicht so sehr in seiner kompositorischen Genialität, sondern in der Gabe, sich die globalen Nicht-Verbindungen zu Nutze zu machen: Träger des deutschen Bundesverdienstkreuzes, Exponent auf der Weltausstellung in Brüssel 1958 auf der einen Seite, marginalisierter, vergessener Komponist auf der anderen.

Reicherts Studie rekonstruiert die Entwicklung dieses ersten mikrotonalen Kompositionssystems Lateinamerikas mithilfe zahlreicher, lange Zeit übersehener Quellen und räumt mit Mythen in Rezeption, Historiografie und Forschung zu und über Carrillo auf. Eine mikrotonal-mikrohistorische Entdeckungsreise zwischen Kreativität und Größenwahn, Kuriosität und Faszination.

Der Band erscheint am 20. März und kann jetzt bereits vorbestellt werden.

Print: 386 S., Pb., mit zahlreichen Abb. und Notenbsp., 48,– €, ISBN 978-961-288-607-5
Sprache: Deutsch

Gewicht: 0,65 kg

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