Eisler-Studien, Bd. 7
Herausgegeben von Peter Schweinhardt und Diego Alonso

„Gendere die Welt, sie braucht es“

Geschlechterrollen, Sexualitäten und Politik bei Hanns Eisler

Wie klingt Geschlecht – und wie politisch sind unsere Vorstellungen davon?

Hanns Eislers Musik erzählt von gesellschaftlichen Konflikten, von Solidarität und der Möglichkeit, Verhältnisse zu verändern. Doch welche Rollen nehmen Frauen und Männer darin ein? Wie werden Mutterschaft, Männlichkeit und Sexualität musikalisch gestaltet? Und wo geraten emanzipatorischer Anspruch und überlieferte Geschlechterbilder miteinander in Konflikt?

„Gendere die Welt, sie braucht es“ widmet sich diesen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven. An der Ballade zum § 218, den Vier Wiegenliedern für Arbeitermütter und Die Mutter untersuchen die Beiträge, wie eng Geschlecht, soziale Klasse und politische Handlungsfähigkeit in Eislers und Bertolt Brechts Werken miteinander verbunden sind. Weitere Untersuchungen beleuchten Männlichkeitsbilder in Marsch und Kampfmusik.

Ein besonderer Schwerpunkt gilt der Darstellung von Homosexualität und dem Einsatz homophober Stereotype in antifaschistischer Propaganda. Am Beispiel des Marschs ins Dritte Reich und Ernst Buschs Interpretation untersucht der Band, wie die Homosexualität des SA-Stabschefs Ernst Röhm zur politischen Angriffsfläche wurde. Die Gegenüberstellung eines als „verweichlicht“ dargestellten Röhm und einer übersteigerten Männlichkeit Hitlers wirft Fragen nach den sexuellen Normen und Geschlechterbildern auf, die auch den musikalischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus prägten.

Der Blick richtet sich zudem auf die Frauen, die Eislers künstlerische Arbeit mitgetragen haben. Dazu gehört Lou Eisler-Fischer, deren Tätigkeit als Redakteurin, Lektorin und Ratgeberin Einblicke in seine Schreibwerkstatt eröffnet. Weitere Beiträge fragen, wie Stimme und Interpretation Geschlechterbilder vermitteln und welche Rolle Musik bei der Darstellung von Frauen und Männern im Film spielt.

Der von Peter Schweinhardt und Diego Alonso herausgegebene siebte Band der Eisler-Studien verbindet musikalische Analysen mit historischer Forschung, biografischen Untersuchungen und aufführungspraktischen Überlegungen. Er erschließt eine bislang wenig untersuchte Perspektive auf Eisler und macht zugleich deutlich, wie Musik gesellschaftliche Rollenbilder aufgreift, hinterfragt oder verfestigt.

Ein wissenschaftlicher Sammelband für alle, die sich vertieft mit Hanns Eisler, Bertolt Brecht und den Beziehungen zwischen Musik, Geschlecht und Politik beschäftigen möchten.

Mit Beiträgen in deutscher und englischer Sprache, Notenbeispielen und Abbildungen.

Der Band erscheint am 15. November und kann jetzt bereits vorbestellt werden.

Print: 280 S., Pb., Abb., Notenbsp., 39,– €, 978-3-95593-707-2
Sprache: Deutsch und Englisch

Gewicht: 0,4 kg

39,00 €

inkl. MWSt., ggf. zzgl. Versandkosten

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